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Massengrab in Mexiko: 500 Jahre alte Azteken-Grabstätte entdeckt
Bei Ausgrabungen auf dem Gelände des einstigen Templo Mayor - dem wichtigsten Tempel der Aztekenhauptstadt Tenochtitlán, deren Überreste sich mitten in der Metropole Mexiko-Stadt befinden - machten Archäologen eine aufsehenerregende und zugleich grausige Entdeckung: Sie legten die Grabstätte einer jungen Frau frei, aufgefüllt mit mehr als 1700 weiteren menschlichen Knochen. Die Überreste, darunter mehrere Schädel, deuten auf sieben Erwachsene sowie drei Kinder hin, die hier ebenfalls ihre letzte Ruhe fanden - komplett erhalten war aber nur das Skelett der jungen Frau.

Bild: AP, INAH
Das Begräbnis datieren Archäologen auf den Zeitraum zwischen 1481 und 1486 - darauf deuten die Lage der Grabstätte sowie das bereits vorhandene Wissen zur Baugeschichte des Templo Mayor hin. Bisher gab es keine Funde aus aztekischer Zeit wie diesen, der sehr stark an ein Massengrab erinnert. Unklar ist daher, ob man die anderen Toten anlässlich der Beerdigung der Frau opferte oder ob ihre Knochen zuvor bereits begraben waren und nachträglich umgebettet wurden. Letzteres wäre sehr ungewöhnlich; bisher nahm man an, dass Azteken einmal bestattete Knochen nicht erneut ausgruben. Andererseits wurden aber auch keine Hinweise auf eine Opferzeremonie entdeckt, so dass der genaue Grund dieser Bestattungsform zunächst unbekannt bleibt. Die Lösung des Rätsels um das nun entdeckte Grab könnte unser Bild vom Umgang der Azteken mit ihren Toten also unter Umständen deutlich verändern.
Der Templo Mayor bildete als wichtigster Tempel das Herzstück der aztekischen Hauptstadt Tenochtitlán, die vermutlich um das Jahr 1340 herum gegründet wurde. Ab etwa 1475 war sie das absolute Machtzentrum im Reich der Azteken, bevor sie 1521 fast vollständig von spanischen Eroberern zerstört wurde - dabei machten die Konquistadoren auch den gewaltigen Tempel nahezu komplett dem Erdboden gleich. Erst im Jahr 1978 wurde bei Ausgrabungen ein noch erhaltener Unterbau der Kultstätte entdeckt.
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