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8 November 2012 | Von Anna Sabina Werkmeister, Welt der Wunder

Mythos Vampir: Gab es die untoten Blutsauger wirklich?

"Twighlight“, "Dark Shadow“ oder "Buffy“: Es scheint, als seien Vampire heute lebendiger denn je. Im Film jedenfalls. Zum 165. Geburtstag von Bram Stoker wird nun auch wieder über das historische Vorbild für dessen Roman "Dracula“ diskutiert. Experten rätseln bis heute: Woher stammte Vlad III. Tepes, auch bekannt als Vlad Draculea? Und wie entstanden die Legenden über die blutsaugenden Sargbewohner überhaupt?


Dracula ist der mit Abstand bekannteste Vampir der Literaturgeschichte. (© Bild: Cinetext "Blut für Dracula")
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  • Dracula ist der mit Abstand bekannteste Vampir der Literaturgeschichte. (© Bild: Cinetext "Blut für Dracula")
  • Vlad III. Tepes war das historische Vorbild für Graf Dracula (© Bild: public domain)
  • Doch war der Graf wirklich ein Blutsauger? Es ist schwer, den historischen Urprung der Vampirlegende isoliert zu betrachten. (© Bild: Cinetext "Dracula braucht frisches Blut")
  • Früher die klassiche Rollenverteilung: Männlicher Vampir, weibliches Opfer... (© Bild: Cinetext "Andy Warhols Dracula")
  • ... aber in der modernen Popkultur spielen weibliche Vampire eine mindestens genau so große Rolle. (© Bild: Cinetext "Van Helsing")
  • Vorsicht Vamp! In modernen Vampirgeschichten spielt oft auch Erotik eine große Rolle (© Bild: Cinetext, "Laila - Unsterblich verliebt")
  • Die Liebe zu einem Vampir kann gefährlich werden - meint zumindest die moderne Popkultur zu wissen. (© Bild: Cinetext "Breaking Dawn - Bis(s) zum Ende der Nacht")
  • Mythos 1: Vampire trinken Blut (© Bild: Cinetext, Sony Pictures "Underworld - Aufstand der Lykaner")
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Dracula ist der mit Abstand bekannteste Vampir der Literaturgeschichte.

Nachts steigen sie in Särge, um sich den Toten nah zu fühlen. Mit ihren spitzen Eckzähnen saugen sie das Blut aus den Hälsen unschuldiger Menschen, zumeist schöner Frauen. Der rote Saft gibt ihnen neue Lebensenergie, denn Blut macht sie unsterblich. Knoblauch und Sonnenlicht hingegen verabscheuen sie. Das Einzige, was sie wirklich töten kann: ein Pfahl, mitten durchs Herz gerammt. Sie haben es vermutlich schon bemerkt: Es geht um Vampire. Doch was hat es mit den leichenblassen Kreaturen aus der Unterwelt auf sich? Wo findet man ihren Ursprung?

Dracula: Rumäne oder Serbe?

Dracula - die wohl bekannteste Vampirfigur aller Zeiten

Zum 165. Geburtstag von Bram Stoker, dem Autoren von „Dracula“ – der wohl bekannteste Vampirroman aller Zeiten und Vorbild für unzählige Bücher und Filme – stellt sich wieder einmal die Frage nach dessen Inspirationsquelle. Lange feierten die Bewohner Rumäniens Vlad III. Tepes, der als historisches Vorbild für Bram Strokers 1897 erschienenen Roman gilt, als Nationalhelden. Vor einiger Zeit ist deshalb ein Historiker-Streit über die Herkunft des Fürsten entbrannt.

Der Belgrader Historiker Jovan Deretic will den Rumänen Graf Dracula streitig machen. Seine Behauptung ist mutig: Dracula soll Serbe gewesen sein. Viele Belege für seine These kann der Geschichtswissenschaftler nicht vorweisen: Nur eine Inschrift auf einem Grab, das zu Vlad III. Tepes gehören soll, dient ihm als Beleg. Bewiesen ist diese Behauptung aber nicht. Schließlich soll das Grab leer gewesen sein. Doch so schnell geben die Rumänen nicht auf, denn was wäre die Region Transsilvanien, deren Name so viel wie „jenseits des Waldes" bedeutet, ohne den Mythos von Graf Dracula?

Erfindung der Filmindustrie?

Dabei hat Vlad III. Tepes, das angebliche Vorbild für die fiktive Figur Graf Dracula, mutmaßlich rein gar nichts mit einem Vampir zu tun. Der Fürst war vor allem unter dem Namen Vlad Draculea bekannt, was übersetzt so viel heißt wie „der kleine Drache", weil er ein ganz besonders grausamer tyrannischer Herrscher gewesen sein soll. Angeblich ließ er seine osmanischen Gegner zu Tausenden auf Pfähle aufspießen. Basiert der Mythos vom blutsaugenden Vampir also nur auf einer Erfindung der Filmindustrie?

Wenn es nach dem Balkanexperten Dr. Peter Mario Kreuter ginge, könnte an dieser Theorie etwas dran sein. „Dieses Bild des Untoten, der einen Menschen beißt und dessen Blut saugt, entstand erst durch Kinofilme. Im jahrhundertealten Volksglauben kommt das nicht vor", gibt der Experte in einem Interview mit dem Focus zu verstehen. Auch das Problem mit dem Tageslicht soll eine Erfindung sein, heißt es.

(Fortsetzung): Historische Vorbilder

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