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17 Juli 2012 | Von Claas Gieselmann

„Meilenstein im Kampf gegen HIV“: USA lassen Medikament zur AIDS-Vorbeugung zu

In den USA wurde erstmals ein vorbeugendes Medikament gegen die Ansteckung mit dem AIDS-Auslöser HIV zugelassen. Die Pillen sollen vor allem bei gesunden Menschen zur Anwendung kommen, die regelmäßigen sexuellen Kontakt mit Infizierten haben. Gute Nachrichten zum Thema HIV gibt es derweil auch aus Deutschland: Zum ersten Mal seit 10 Jahren sind die Neuinfektionen leicht zurückgegangen.


Truvada soll präventiv gegen HIV-Infektionen helfen (© Bild: Justin Sullivan, Getty Images, AFP)
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  • Truvada soll präventiv gegen HIV-Infektionen helfen (© Bild: Justin Sullivan, Getty Images, AFP)
  • Virus des Typs HIV 1 (© Bild: CDC)
  • Kondome schützen vor HIV-Infektionen (© Bild: Imago)
  • Eine Pille Truvada (© Bild: AP)
  • Proteste gegen die Preise von AIDS-Medikamenten (© Bild: AP, Images for AIDS Healthcare Foundation)
  • Anti-AIDS-Kampagne (© Bild: Imago)
  • Stempel HIV positiv (© Bild: Imago)
  • AIDS- / HIV-Medikamente (© Bild: Imago)
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Bild: Justin Sullivan, Getty Images, AFPZeige Thumbnails
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Truvada wurde von der US-amerikanischen FDA gerade offiziell als präventives Medikament gegen HIV-Infektionen zugelassen.

„Diese Zulassung ist ein Meilenstein im Kampf gegen HIV" - die Sprecherin der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) bringt die hohen Erwartungen deutlich auf den Punkt, die mit der gerade erfolgten Zulassung des Medikaments Truvada durch ihre Behörde verbunden sind. Die vom US-Unternehmen Gilead Sciences hergestellten Pillen sollen künftig dabei helfen, die Zahl der Neuinfektion mit dem Humanen Immundefizienz Virus (HIV) zu reduzieren. Hauptzielgruppe sind dabei Menschen, die ein besonders hohes Ansteckungsrisiko haben. Dazu zählen beispielsweise gesunde Partner von HIV-Infizierten.

HIV-Medikament Truvada (© Bild: AP)

Zwei bisher durchgeführte Studien zeigen, dass Truvada die Ansteckungsgefahr mit HIV tatsächlich deutlich senken kann: In Verbindung mit der Benutzung von Kondomen konnte das Risiko für eine Infektion bei schwulen und bisexuellen Männern um über 40 Prozent reduziert werden. Bei heterosexuellen Paaren ging die Ansteckungsgefahr sogar um drei Viertel zurück. Da das Medikament am besten in Verbindung mit anderen Schutzmaßnahmen wirkt, sollen Menschen, die Truvada von ihrem Arzt erhalten, gleichzeitig in ein umfassendes Präventationsprogramm eingebunden werden.

Welchen Erfolg HIV-Medikamente haben können, zeigt sich in Deutschland: Zum ersten Mal seit rund zehn Jahren ist die Zahl der Virus-Neuinfektionen im Jahr 2011 in der Bundesrepublik leicht zurückgegangen. Das meldete das Robert Koch Institut. Einen Grund für den Rückgang sehen die Experten in der verbesserten Behandlung von HIV-Infizierten - die Medikamente senken die Virenzahl in den Körpern der Erkrankten, so dass eine Ansteckung von gesunden Sexualpartnern unwahrscheinlicher wird.

Proteste gegen die Preise von HIV-Medikamenten (© Bild: AP, Images for AIDS Healthcare Foundation)

Es gibt allerdings auch kritische Stimmen rund um das neu in den USA zugelassene HIV-Medikament Truvada. Zum einen besteht die Gefahr, dass sich manche Menschen nun in zu großer Sicherheit wiegen und neben dem Medikament auf jegliche andere Schutzmaßnahmen verzichten - dadurch würde sich ihr Infektionsrisiko gegenüber kombinierten Vorbeugemaßnahmen allerdings erhöhen. Ein weitere Kritikpunkt sind die hohen Kosten: 14.000 US-Dollar, rund 11.500 Euro also, kostet die Vorbeugung mit Truvada für ein Jahr. Erschwinglich ist die Pille also nur für einen sehr kleinen Teil der Bevölkerung. Und der dritte, von Skeptikern ebenfalls oft genannte Punkt ist die Gefahr einer Bildung von Resistenzen: Würde ein bereits HIV-Infizierter Truvada einnehmen, könnte sich das Virus an die Medikamente anpassen und die Behandlung des Erkrankten deutlich komplizieren.

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