MSN WissenMSN Wissen
22 August 2012 | Von Welt der Wunder

Der Weg aufs Wasser: Das Zuhause der Zukunft schwimmt

Künstliche Inseln im Indischen Ozean, Parkanlagen auf dem Wasser, ja sogar der erste schwimmende Golfplatz der Welt – das planen Architekten aus den Niederlanden. Die neuen Anlagen sollen Zuflucht bieten, wenn immer mehr Land durch den Meeresspiegelanstieg im Wasser versinkt.


Not macht erfinderisch: Um 17 Zentimeter ist der Meeressspiegel im letzten Jahrhundert gestiegen, und jedes Jahr versinkt neues Land im Wasser. Vor allem Staaten mit breiten Küsten oder Inselstaaten sind in ihrer Existenz bedroht. Eines dieser Länder ist die Niederlande – und so entstehen hier einige innovative Ideen, wie das Wasser als Lebensraum erschlossen werden kann. Bilder: Architect Koen Olthuis - Waterstudio.NL -Developer Dutch Docklands - www.dutchdocklands.com (© Bilder: Architect Koen Olthuis - Waterstudio.NL -Developer Dutch Docklands - www.dutchdocklands.com)
Weiter
Zurück
Zurück
  • Not macht erfinderisch: Um 17 Zentimeter ist der Meeressspiegel im letzten Jahrhundert gestiegen, und jedes Jahr versinkt neues Land im Wasser. Vor allem Staaten mit breiten Küsten oder Inselstaaten sind in ihrer Existenz bedroht. Eines dieser Länder ist die Niederlande – und so entstehen hier einige innovative Ideen, wie das Wasser als Lebensraum erschlossen werden kann. Bilder: Architect Koen Olthuis - Waterstudio.NL -Developer Dutch Docklands - www.dutchdocklands.com (© Bilder: Architect Koen Olthuis - Waterstudio.NL -Developer Dutch Docklands - www.dutchdocklands.com)
  • Neben verschiedenen Projekten in den Niederlanden arbeiten Architekt Koen Olthuis und sein Team von Waterstudio.NL mit an einem „Masterplan“ für die Malediven. Die 1.196 Inseln im Indischen Ozean liegen durchschnittlich gerade einmal einen Meter über dem Meeresspiegel. Nicht lange, und das Land versinkt für immer im Ozean. Deshalb soll hier auf einer Wasserfläche von über achthundert Hektar neuer Lebensraum geschaffen werden. Das Großprojekt ist eine Zusammenarbeit der holländischen Firma „Dutch Docklands“ und der Regierung der Malediven. Bild: Architect Koen Olthuis - Waterstudio.NL -Developer Dutch Docklands - www.dutchdocklands.com (© Bild: Architect Koen Olthuis - Waterstudio.NL -Developer Dutch Docklands - www.dutchdocklands.com)
  • Mit dem „Greenstar“ soll innerhalb der nächsten fünfzig Jahre ein riesiges schwimmendes Hotel entstehen, das über achthundert Zimmer verfügt und außerdem einen Konferenzraum für zweitausend Teilnehmer anbietet. In Zukunft sollen hier Konferenzen zum Thema Klimawandel stattfinden. Bild: Architect Koen Olthuis - Waterstudio.NL -Developer Dutch Docklands - www.dutchdocklands.com (© Bild: Architect Koen Olthuis - Waterstudio.NL -Developer Dutch Docklands - www.dutchdocklands.com)
  • Gleich nebenan soll außerdem ein schwimmendes Restaurant errichtet werden. Sehenswürdigkeiten wie diese sollen auch in Zukunft Touristen auf die Malediven locken. Doch die Pläne gehen noch weiter... Bild: Architect Koen Olthuis - Waterstudio.NL -Developer Dutch Docklands - www.dutchdocklands.com (© Bild: Architect Koen Olthuis - Waterstudio.NL -Developer Dutch Docklands - www.dutchdocklands.com)
  • Neben dem Hotel und dem Restaurant soll auch ein gigantischer schwimmender Golfplatz entstehen. Die künstlichen Inseln für das Großprojekt sollen eigens im Ausland gefertigt werden, mit einem Schiff auf die Malediven gezogen und anschließend sie im Meeresboden verankert werden. Bild: Architect Koen Olthuis - Waterstudio.NL -Developer Dutch Docklands - www.dutchdocklands.com (© Bild: Architect Koen Olthuis - Waterstudio.NL -Developer Dutch Docklands - www.dutchdocklands.com)
  • Nach den Ideen der Architekten soll der 18-Loch-Golfplatz über mehrere Inseln verteilt werden, die durch gläserne Unterwassertunnel miteinander verbunden sind. Auch ein Clubhaus unter im Meer ist in Planung. Bild: Architect Koen Olthuis - Waterstudio.NL -Developer Dutch Docklands - www.dutchdocklands.com (© Bild: Architect Koen Olthuis - Waterstudio.NL -Developer Dutch Docklands - www.dutchdocklands.com)
  • Insgesamt sollen auf den Malediven 43 neue Privatinseln entstehen – jede ausgestattet mit einer exklusiven Villa, Strand, einem Pool, Grünflächen und einem Anlegeplatz für Yachten. Die künstlichen Luxusinseln sollen – im Gegensatz zu ihren natürlichen Nachbarn – dem Meeresspiegelanstieg standhalten. Bild: Architect Koen Olthuis - Waterstudio.NL -Developer Dutch Docklands - www.dutchdocklands.com (© Bild: Architect Koen Olthuis - Waterstudio.NL -Developer Dutch Docklands - www.dutchdocklands.com)
  • Ebenfalls Teils des Projekts: Die „Ocean Flower“, 185 Privatwohnsitze auf dem Wasser, die per Wassertaxi erreichbar sind. Die komplette Anlage auf den Malediven wird nach Aussagen der Firma Dutch Docklands über fünfhundert Millionen US-Dollar kosten. Bild: Architect Koen Olthuis - Waterstudio.NL -Developer Dutch Docklands - www.dutchdocklands.com (© Bild: Architect Koen Olthuis - Waterstudio.NL -Developer Dutch Docklands - www.dutchdocklands.com)
Weiter
Bilder: Architect Koen Olthuis - Waterstudio.NL -Developer Dutch Docklands - www.dutchdocklands.comZeige Thumbnails
1 von 14
Not macht erfinderisch: Um 17 Zentimeter ist der Meeressspiegel im letzten Jahrhundert gestiegen, und jedes Jahr versinkt neues Land im Wasser. Vor allem Staaten mit breiten Küsten oder Inselstaaten sind in ihrer Existenz bedroht. Eines dieser Länder ist die Niederlande – und so entstehen hier einige innovative Ideen, wie das Wasser als Lebensraum erschlossen werden kann.

Architekt Koen Olthuis. Bild: Architect Koen Olthuis - Waterstudio.NL

Architekt Koen Olthuis. Bild: Architect Koen Olthuis - Waterstudio.NL

Die Malediven brauchen Hilfe. Kaum ein Land ist durch den Klimawandel so sehr in seiner Existenz bedroht. Gerade einmal zweieinhalb Meter ragt die höchste Erhebung der Inselkette aus dem Wasser, an den meisten Stellen ist es nicht einmal ein Meter. Sollte der Meeresspiegel weiter steigen, dürfte von dem einstigen Urlaubsparadies bereits in hundert Jahren nicht mehr viel übrig sein. Verzweifelt versucht die Regierung, neuen Lebensraum zu erschließen: Vor der Küste der übervölkerten Hauptstadt Malé entstand bereits eine künstliche Insel, und Teile der Bevölkerung müssen vielleicht bald in andere Länder übergesiedelt werden. Doch wo sollen die Urlauber unterkommen? Immerhin werden dreißig Prozent des Bruttoinlandsproduktes durch den Tourismus erwirtschaftet. Was tun, wenn diese Einnahmen wegfallen?

Deshalb hat die maledivische Regierung jetzt gemeinsam mit der holländischen Firma Dutch Docklands und den Architekten von Waterstudio.NL ein gigantisches Bauprojekt verabschiedet, das den Tourismus auf der Inselkette retten soll. Auf einer achtzig Hektar großen Fläche sollen 43 künstliche Inseln geschaffen werden, jede ausgestattet mit einer exklusiven Villa, Strand, einem Pool, Grünflächen und einem Anlegeplatz für Yachten. Im Ausland gefertigt, sollen die neuen Inseln mit Schleppern in den Indischen Ozean gezogen werden. Außerdem wird hier, über drei Inseln verteilt, der erste schwimmende 18-Loch-Golfplatz der Welt entstehen, mit einem Clubhaus und Tunneln unter Wasser, die die einzelnen Areale miteinander verbinden. Komplettiert wird die Anlage durch das "Greenstar", ein schwimmendes Hotel, das auch Platz für Tagungen zum Thema - genau - Klimawandel bieten soll. Kosten des Projekts: fünfhundert Millionen US-Dollar. Die Macher nennen es den "Masterplan für die Malediven".

Der "Sea Tree". Bild: Architect Koen Olthuis - Waterstudio.NL

Der "Sea Tree". Bild: Architect Koen Olthuis - Waterstudio.NL

Das Wasser als Freund, nicht als Feind

Geniale Vision oder Größenwahn? Zumindest haben der Architekt Koen Olthuis von Waterstudio.NL und die Firma Dutch Docklands Erfahrung mit kühnen Bauprojekten auf dem Wasser: Für die Niederlande, die ebenfalls stark vom Anstieg des Meeresspiegels bedroht sind, haben sie zahlreiche schwimmende Wohn- und Geschäftsgebäude entworfen, und ein Turm auf dem Meer soll bald in Dubai entstehen. Die Idee, das Wasser als Lebensraum zu erschließen, halten sie für ebenso wichtig wie notwendig. "Bis 2050", so schreibt das Team von Waterstudio.NL, "werden siebzig Prozent der Weltbevölkerung in urbanen Gegenden leben; da aber neunzig Prozent aller großen Städte am Wasser liegen, müssen wir die Art überdenken, wie wir mit diesem Wasser umgehen." Deshalb wird in den Räumen im holländischen Rijswijk bei Den Haag auch nicht nur über zukünftige schwimmende Lebensräume für Menschen nachgedacht, sondern auch für Tiere und Pflanzen. Der "Sea Tree" beispielsweise, ein künstlicher Baum, der wie eine Ölplattform auf dem Wasser verankert werden soll, könnte Vögeln, Insekten und sogar Fischen ein neues Zuhause bieten - und, vor großen Städten gepflanzt, dem Klima nützen.

Derzeit existieren viele der visionären Projekte nur auf dem Papier. Doch in Holland ist man fest entschlossen, die Pläne auch in die Tat umzusetzen. Bereits Endes dieses Jahres soll mit der Entwicklung der künstlichen Inseln auf den Malediven begonnen werden - denn im Jahr 2015, hoffen die Macher, werden hier die ersten Menschen leben.

AnzeigeLigatus

wdw eMagazine (© Bild: welt der wunder Magazin)

Finde uns auf Facebook

Welt der Wunder

  • Bild: Welt der Wunder(©Bild: Welt der Wunder)

    Atemberaubende Gadgets und spannende Geschichten - ein Besuch im Shop lohnt sich!

  • Bild: weltderwunder.de

    In der großen Welt der Wunder Videothek finden Sie die Schätze aus unserem Wissensarchiv.

  • Bild: twitter.com

    Lauschen Sie dem aktuellen Gezwitscher aus der Welt der Wunder Redaktion.

Welt der Wunder - das Magazin

  • Welt der Wunder Magazin, Ausgabe 6-2013(©Bild: Welt der Wunder Magazin)

    Welt der Wunder - das Magazin, jeden Monat neu mit spannenden Themen. Die Ausgabe 6/2013 ist ab dem 24. Mai erhältlich.

  • Testen Sie welt der wunder für 1 Jahr

    Testen Sie Welt der Wunder für ein Jahr. Dazu erhalten Sie ein Geschenk!

  • Welt der Wunder kompakt - Ausgabe 3 2013(©Bild: Welt der Wunder Magazin)

    Ein ganzes Dossier zum Thema "Crime - Die Welt des Verbrechens". Im Handel ab 8. Mai 2013!

Welt der Wunder Shop (© Bild: Welt der Wunder)