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Jugendwort des Jahres: "Yolo" schlägt Schenkelpelle
Schenkelpellen und Waschbärfressen sind kontrageil, eine Tanzung am Wochenende dagegen total pyro. Alternativ könnte man auch echt crank eine Runde burgern, planken oder es mit einer Runde Komasutra versuchen, es sei denn man ist forever alone oder hat anderen Shizzl im Start. Sie verstehen nur Bahnhof? Dann wird es höchste Zeit, einen Blick auf die Liste der derzeit beliebtesten Jugendwörter zu werfen, die der Langenscheid Verlag auf seiner Webseite veröffentlicht hat. Jedes Jahr kürt eine Jury daraus das Jugendwort des Jahres. Sieger 2012: "Yolo", die Kurzform von "You Only Live Once" – sozusagen das "Carpe Diem" der Teenager.
Die Aktion findet bereits zum fünften Mal statt: In den vergangenen Jahren trugen Kreationen wie "Gammelfleischparty", "hartzen", "Niveaulimbo" und "Swag" den Sieg davon. Auch 2012 standen zahlreiche Wortschöpfungen zur Auswahl: "FU! ", die Kurzform für "Fuck you", schaffte es auf Platz zwei. Die Bronzemedaille ging an das arabische Wort „Yalla!“, das übersetzt „Beeil dich!“ bedeutet. Englisch-deutsche Kreationen wie “Funky Hole" (Funkloch) lagen außerdem hoch im Kurs, und auch an politischen Anleihen mangelte es nicht. So landete "Wulffen", auf Kosten anderer Leben, auf Platz vier.

Bild: Dapd
Sprache im Wandel
Jugendsprache ist kein neues Phänomen. Schon seit dem 18. Jahrhundert haben junge Leute mit Sprache gespielt, neue Wörter erfunden und in den bestehenden Sprachschatz integriert. Manche Wörter wie "Backfisch" oder "Pauker" klingen heute altmodisch, andere, zum Beispiel "cool", halten sich über Jahrzehnte. Dabei übertreibt Jugendsprache gern, provoziert oder beleidigt – so findet eine Auseinandersetzung mit der Gesellschaft statt. Was von Erwachsenen als anstößig empfunden wird, dient der Neuausrichtung und Identitätsfindung.
Sprachwissenschaftler diskutieren derzeit sogar, ob das "Kiez-Deutsch", das sich vor allem unter Jugendlichen in Großstädten mit hohem Migrantenanteil entwickelt hat, als eigener Dialekt anzusehen sei. Die Professorin Dr. Heike Wiese von der Uni Potsdam zum Beispiel hält Kiez-Deutsch für eine in sich stimmige Sprache: Ein eigenes System stecke dahinter, mit systematischen Besonderheiten. Sätze wie „Bin ich Kreuzberg. Hast du Handy?“ seien spezielle Konstruktionsmuster – keine Fehler, sondern eine Sprachvarietät. Ihre Meinung teilen jedoch nicht alle Forscher: Der Bamberger Sprachforscher Helmut Glück etwa hält das Kiezdeutsch für eine reine moderne Jugendsprachweise, nicht aber für einen eigenen Dialekt. Diese besäßen, so Glück, eine historische Tiefe.
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