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Erstellt am: 5 Februar 2013 | Von Daniel Booth

Rekordsprung aus dem All: Baumgartner flog schneller als gedacht

Felix Baumgartner sicherte sich mit seinem Rekordsprung aus 39 Kilometern Höhe im Oktober 2012 einen Platz in den Geschichtsbüchern. Nun wurden die Daten des Fluges ausgewertet - demnach war Baumgartner sogar noch schneller unterwegs als anfangs gedacht.


Sprung ins Leere (© Bild: Jay Nemeth, Red Bull Content Pool)
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  • Sprung ins Leere (© Bild: Jay Nemeth, Red Bull Content Pool)
  • Optische Täuschung (© Bild: Jay NemethRed Bull Content Pool)
  • Alles im Blick (© Bild: Stefan Aufschnaiter, Red Bull Content Pool)
  • Endlich wieder am Boden (© Bild: balazsgardi.com, Red Bull Content Pool)
  • Freudentaumel (© Bild: Jörg Mitter, Red Bull Content Pool)
  • Mama freut sich (© Bild: Jörg Mitter, Red Bull Content Pool)
  • Verschiedene Blickwinkel (© Bild: Jörg Mitter, Red Bull Content Pool)
  • Teufelskerl mit Schallgeschwindigkeit (© Bild: Luke Aikins, Red Bull Content Pool)
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Bild: Jay Nemeth, Red Bull Content PoolZeige Thumbnails
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Sprung ins Leere: Nach zahlreichen Rückschlägen ist es endlich soweit. Die Kameras an der Kapsel zeigen zwar unglaubliche Bilder, wie Baumgartner sich bei diesem Schritt gefühlt hat, weiß aber nur er selbst.

Felix Baumgartner hat alles andere als einen normalen Job. Der Österreicher ist berühmt für seine wagemutigen Stunts, bei denen er sich immer wieder selbst übertrifft. Sein Sprung aus rund 39.000 Metern Höhe sicherte ihm im Oktober 2012 endgültig einen Platz in den Geschichtsbüchern, denn bei dem Sturzflug hat Baumgartner die Schallmauer durchbrochen. Nun veröffentlichte das Team von "Red Bull Stratos" die genauen Daten des Rekordsprungs - demnach war Baumgartner sogar noch etwas schneller, als ursprünglich gedacht. Ging man unmittelbar nach dem Flug noch davon aus, dass er mit 1342,8 Stundenkilometern (Mach 1,24) unterwegs war, wurden die Zahlen jetzt nach oben korrigiert: 1357,6 Stundenkilometer (Mach 1,25) waren es tatsächlich. Auch die Höhe des Absprungs hat sich leicht geändert, wie die nun ausgewerteten Daten zeigen. Statt aus 39.045 Metern Höhe sprang Baumgartner aus 38.969 Metern ab.

Insgesamt wollte der Österreicher gleich vier neue Rekorde aufstellen: Der längste freie Fall eines Menschen, der höchste Fallschirmsprung aller Zeiten, die höchste bemannte Ballonfahrt und der erste Sprung in Überschallgeschwindigkeit. Zwischendurch sah es für den Himmelsstürmer aber nicht gut aus: Beim letzten Test im Juli wurde Baumgartners Kapsel bei der Landung stark beschädigt. Auch die Ballonhülle riss kurz vor einem Testflug. Dabei war der Österreicher beim letzten Sprung im Juli bereits nah am Rekord des Air-Force-Testpiloten Kittinger gewesen: Beim Fall aus 29.000 Metern Höhe hatte er eine Geschwindigkeit von 864 Kilometern pro Stunde erreicht.

Fünf Jahre hat das Team von Red Bull Stratos an dem Projekt gearbeitet, um Joseph Kittingers alten Rekord über 31.333 Meter aus dem Jahr 1960 zu überbieten. Der Sprung des ehemaligen Luftwaffenoffiziers und Testpiloten ist bis heute legendär: Kittinger wurde bei seinem Sturz 988 Kilometer pro Stunde schnell, sein freier Fall dauerte vier Minuten und 36 Sekunden. Er stand Baumgartnerüber die gesamte Zeit des Projekts als Mentor zur Seite.

Das Warten hat ein Ende

Schritt ins Leere (© Bild: Jay Nemeth, Red Bull Content Pool)

Mehrere Male muss der Start verschoben werden. Doch am 14. Oktober ist es dann endlich so weit: Um 17:29 Uhr mitteleuropäischer Zeit hebt die Kapsel ab. Dabei sieht es auch bei diesem Rekordversuch zwischenzeitlich nicht gut aus, denn auf dem Weg nach oben beschlägt das Visier des Helmes. Die Absprache mit der Bodenkontrolle und Joe Kittinger fällt aber positiv aus, die Mission wird fortgesetzt. Knapp viereinhalb Stunden später, um 20:07 Uhr, steht Baumgartner endlich an der Luke und wagt den Schritt ins Leere. Sein letzter Satz vor dem Sprung: „Ich komme jetzt nach Hause.“ Dann fällt er wie ein Stein er Richtung Erde. Automatische Infrarotkameras filmen seinen Fall, doch sie haben Probleme, ihn immer genau im Blick zu behalten – so schnell ist er. 

Dann der Angstmoment: Baumgartner verliert die Kontrolle über seine Flugbahn, sein Körper dreht sich unkontrolliert. Luftverwirbelungen und Winde machen es ihm schwer, seine Position zu halten. Erst nach unzähligen Umdrehungen kann er sich stabilisieren. „Ich habe kurz gedacht, ich verliere das Bewusstsein“, sagt er später in einem Interview. Nach Auswertung der Daten steht aber fest: Baumgartner ist nun offiziell der schnellste Mensch der Welt. Mit knapp 1.358 Kilometern pro Stunde hat er als erster Mensch die Schallmauer durchbrochen. Den Überschallknall allerdings bemerkt er nicht – er fand hinter ihm statt.

Nach vier Minuten und 19 Sekunden öffnet Baumgartner den Fallschirm und gleitet zu Boden. Insgesamt stellt der Österreicher an diesem Tag drei Rekorde auf: Das Durchbrechen der Schallmauer, die höchste bemannten Ballonfahrt und die größte Höhe eines Fallschirmsprungs. Den Rekord für den längsten freien Fall bricht er allerdings er nicht – den behält Kittinger mit vier Minuten und 36 Sekunden weiterhin für sich.

Als Baumgartner wieder mit beiden Beinen auf der Erde steht, ist vor allem seine Familie erleichtert; seine Mutter weint. Heinz Fischer, der österreichische Bundespräsident, gratuliert Baumgartner und seinem Team via Facebook zu dem Erfolg und schreibt stellvertretend für sein Land: „Österreich ist stolz auf Ihre Leistung“. Und generell scheint es, als hätte die gesamte Welt an dem Sprung teilgenommen – so groß war die mediale Präsenz des Österreichers. Bleibt nur die Frage, welches Projekt Baumgartner als nächstes in Angriff nehmen wird – denn auf seinen Lorbeeren ausruhen wird der Österreicher sich sicherlich nicht.  

http://video.de.msn.com/watch/video/rekordsprung-baumgartner-schneller-als-der-schall/5o0h6e36

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