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Die Geisterwüste: Welche Geheimnisse birgt die Takla Makan?

Bild: ddpimages
Sand, Sand, nichts als Sand. Seit sechs Tagen hat sich die Landschaft nicht mehr verändert.
Kilometerlange Dünenzüge, manche mehr als 100 Meter hoch, füllen ein Gebiet fast so groß wie Deutschland. Die Kolonne kommt nur langsam voran. Motoren heulen, gewaltige Räder krallen sich in den Wüstensand, doch immer wieder rutschen die Spezialfahrzeuge an den steilen Hängen ab. Wenn jetzt eines von ihnen umkippt und der Wasser- oder Treibstoffvorrat im Wüstensand versickert, ist das Expeditionsteam verloren. Denn im dunklen Herzen der Takla Makan ist Hilfe so weit weg wie inmitten des Pazifischen Ozeans.
Begib dich hinein, und du kommst nicht mehr heraus
Der Name der zweitgrößten Sandwüste der Erde - die Nummer 1 ist die arabische Rub al-Chali - lässt sich auf zwei Arten lesen: „Begib dich hinein, und du kommst nicht mehr heraus" - oder „Pappelgarten". Garten? In der Takla Makan gibt es keine Oasen, kein Wasser, nicht einmal Steine oder Felsen. Man kann Wochen unterwegs sein, ohne ein einziges Tier zu sehen. Die Temperaturen schwanken innerhalb von 24 Stunden um bis zu 70 Grad Celsius. Umgeben von hohen Bergen und Tausende Kilometer von allen Meeren entfernt, hat die Luft hier bereits ihre gesamte Feuchtigkeit verloren. Regentropfen würden in der Tageshitze schon in der Luft wieder verdampfen. Höchstens nachts besteht die Chance auf etwas Schnee.
Der schwarze Sandsturm
Im Schnitt an zwei von drei Tagen im Jahr wütet der „Schwarze Sandsturm". Oft verdunkelt er für Wochen den Himmel. Karawanen, ganze Städte und angeblich sogar eine Armee des chinesischen Kaisers hat er unter meterhohen Dünen begraben. Manchmal trübt ein Orkan aus der Wüste den Blick der Bewohner Pekings, obwohl die chinesische Hauptstadt rund 2500 Kilometer weiter östlich liegt. Sand aus der Takla Makan färbte schon Alpengletscher dunkel. Analysen ergaben: In nur zwei Wochen hatte eine Wolke aus Billionen von Staubpartikeln eine Strecke von rund 20000 Kilometern zurückgelegt. Der Gruß aus der Wüste überquerte China, den Pazifik, Nordamerika und schließlich sogar den Atlantischen Ozean, bis der Staub in Zentraleuropa zu Boden sank.
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