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14 September 2012 | Von Daniel Booth

Dr. Seltsam 2.0? Skandalforscher will Mammut klonen

Was liegt näher als ein Mammut klonen zu wollen, wenn man es findet? Nichts. Deshalb hat sich ein Wissenschaftler genau dieses Ziel gesetzt. Der Südkoreanische Klonforscher Woo-Suk Hwang will die fusseligen Urzeittiere wieder zum Leben erwecken – doch noch fehlt die Genehmigung aus Russland, wo die benötigten Gewebeproben lagern.


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Russland verfügt über gut erhaltene Überreste von Mammuts – wie dieses mumifizierte Jungtier. (Bild: imago ITAR-TASS)

In der nordostrussischen Republik Jakutien ist es kalt. So kalt, dass die dort entdeckten Reste eines Mammuts gut genug erhalten sein könnten, dass man aus seiner DNS unter Umständen ein weiteres Exemplar klonen könnte. Was das bringen würde? Keine einfache Antwort, aber es wäre eine Sensation: Die Tiere starben vor acht- bis elftausend Jahren aus.

Babymammut Lyuba (© Bild: Imago)

Der südkoreanische Klonforscher Woo-Suk Hwang hält es für möglich und schloss deshalb im März dieses Jahres einen Vertrag mit der Universität von Jakutien ab. In spätestens sechs Jahren will er das „Mammut-Projekt" umgesetzt haben. Doch Hwang ist unter Wissenschaftlern umstritten. Kein Wunder, hatte er 2004 doch eine gefälschte Studie veröffentlicht. In dieser behauptete Hwang, dass ihm das Klonen eines menschlichen Embryos gelungen war.

Und auch bei dem nun geplanten Projekt gibt es viele Fragezeichen. Kurz nachdem der Forscher den Vertrag mit der Universität im März diesen Jahres unterzeichnet hatte, dementierte Russland die Zusammenarbeit mit dem Skandalforscher bereits. Nun brodelt die Gerüchteküche erneut. Setzt Hwang sein Vorhaben fort?

Die russisch-südkoreanische Gruppe von Wissenschaftlern hatte dem Mammut nach der Entdeckung Gewebeproben entnommen und dabei möglicherweise lebende Zellkerne entdeckt. Wenn alles klappt, sollen diese in Eizellen eines indischen Elefanten eingesetzt werden. Dafür fehlt aber derzeit noch die Genehmigung der russischen Behörden. Die wird für Anfang Oktober erwartet. Viele Experten bezweifeln allerdings, dass in den Knochen noch intakte DNS gefunden werden kann.

Webb Miller, ein US-Wissenschaftler der Penn State University, hält nichts von dem Vorhaben: „Das wird niemals passieren. Nicht solange ich lebe." Miller glaubt, dass höchstens ein „haariger Elefant" das Ergebnis sein würde - falls es widererwarten doch funktionieren würde. „Wenn das jemand schafft, fresse ich meinen Hut. Und ich würde mich fragen, warum sie es überhaupt gemacht haben." Dies äußerte der Wissenschaftler gegenüber dem US-Sender NBC.

Miller hatte 2008 mit einem US-Forscherteam die DNS von Mammuts entschlüsselt. Die Erforschung dieser sieht der Wissenschaftler durchaus als sinnvoll an; schließlich können auf diesem Weg auch Rückschlüsse darauf gezogen werden, warum gerade diese Spezies ausstarb - andere aber nicht.

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