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Erstellt am: 24 Oktober 2012 | Von Daniel Booth

Haie und Menschen: Beziehungsprobleme der anderen Art

Die Vorstellung, einem Hai hilflos ausgeliefert zu sein, lässt jedem einen Schauer über den Rücken laufen. Unzählige Filme, die Haie als blutrünstige Monster zeigen, haben uns geprägt. Aber sind Haie wirklich die gnadenlosen Killer, als die sie dargestellt werden?


Der will nur spielen (© Bild: Imago)
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  • Der will nur spielen (© Bild: Imago)
  • Allesfresser (© Bild: Imago)
  • Bullenhai (© Bild: Imago)
  • Sandtigerhai (© Bild: Imago)
  • Schwarzspitzen-Riffhai (© Bild: Imago)
  • Wendiger Jäger (© Bild: Imago)
  • Kurzflossen-Mako (© Bild: Imago)
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Er ist der König der Meere: Der Weiße Hai kann mehr als sieben Meter lang werden und über zwei Tonnen wiegen. Um Robben zu fangen, kann er sich trotz seines Gewichtes mit einer unglaublichen Geschwindigkeit mehrere Meter hoch in die Luft katapultieren.

Bis zu 15 Meter lang und 15 Tonnen schwer, mit Zähnen so scharf wie Rasiermesser und einem Tempo von bis zu 90 Kilometer pro Stunde: Haie sind die perfekten Jäger. Mit ihren ausgeprägten Sinnen können die Tiere auch über weite Strecken die Bewegungen ihrer Beute wahrnehmen, aufspüren und verfolgen. Ihre Urahnen schwammen schon vor mehr als vierhundert Millionen Jahren, weit vor den Dinosauriern, durch die Meere. Bis heute haben sich die Tiere perfekt an alle Gegebenheiten angepasst - bis auf eine: den Menschen.

Sandtigerhai (© Bild: Imago)

Weltweit werden pro Jahr circa fünfzig bis achtzig Haiangriffe auf Menschen registriert; davon enden drei bis fünfzehn tödlich. Das ist nicht viel - die Wahrscheinlichkeit, von einem Auto überfahren zu werden oder an einem Bienenstich zu sterben, ist deutlich größer. Dennoch jagt allein der Gedanke an einen Hai vielen Menschen einen Schauer über den Rücken. Filme wie „Der weiße Hai" von Steven Spielberg spielen mit dieser Furcht und verstärken sie sogar.

Warum Haie Menschen angreifen

Dabei sind Haie eigentlich gar nicht an Menschen interessiert. Allenfalls wagen sie einen "Testbiss", lassen aber von einem Angriff ab, sobald sie merken, dass das Opfer nicht in ihr Beuteschema passt. Die meisten tödlichen Angriffe enden deshalb so fatal, weil die Opfer in Folge dieses Bisses verbluten. Und: Haie jagen in nährstoffreichen Regionen der Meere - sprich in Küstennähe. Gleichzeitig nimmt hier aber auch der Tourismus zu. Die Tiere halten Menschen fälschlicherweise für eine potentielle Nahrungsquelle, denn von unten sehen Schwimmer und Surfer Robben sehr ähnlich, der Lieblingsspeise von Weißen Haien.

Inzwischen locken sogar immer mehr Event-Veranstalter Haie mit Ködern an, um sie Touristen zu präsentieren. Für die Anbieter solcher Veranstaltungen ist das ein lukratives Geschäft. Doch gleichzeitig steigert das die Wahrscheinlichkeit von Haiattacken, glauben manche Forscher. Sie befürchten, die Tiere könnten sich an den gleichzeitigen Anblick von Menschen und Nahrungsquelle gewöhnen.

Darüber hinaus wirken die zunehmenden Abwässer aus den Küstenstädten anziehend auf Haie. Tigerhaie zum Beispiel tummeln sich in Hafennähe und Flussmündungen. In ihren Mägen finden sich immer wieder Gegenstände, die nicht zur Nahrung gedacht sind: Schuhe, Nummernschilder und Konservendosen sind keine Seltenheit, wenn tote Exemplare auf ihren Mageninhalt untersucht werden. Deshalb wird der Tigerhai auch oft "Garbage Can Shark" genannt, also „Mülleimerhai". Mit seinen dreieckigen Zähnen kann er fast alles knacken, sogar die Panzer von Meeresschildkröten. Nach dem Weißen Hai ist er für die meisten Angriffe auf Menschen verantwortlich.

(Fortsetzung): Kampf ums Überleben

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