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Schwarmintelligenz: Gemeinsam im Kampf ums Überleben

Bild: Ingo Arndt, www.ingoarndt.com
Einzelgänger haben es schwerer - ganz besonders in freier Natur. Doch wenn Tiere in riesigen Gruppen auftreten, entstehen gewaltige Naturschauspiele, die uns in blankes Staunen versetzen. Ob an Land, im Wasser oder in der Luft: Immer wieder finden sich die verschiedensten Tierarten in Schwärmen, Herden oder Kolonien zusammen, um gemeinsam ganz bestimmte Ziele zu erreichen.
Ein Tierfotograf unterwegs
Solche Schwärme sind wunderschön anzuschauen und faszinieren uns Menschen. Der Fotograf Ingo Arndt (www.ingoarndt.com) hat sich ganz den Tiermassen verschrieben uns seine Fotos in dem opulenten Bildband „Tierreich" veröffentlich. Mit seiner Kamera bewaffnet ist er auf der ganzen Welt unterwegs - manchmal auch unter widrigen Umständen. „Manchmal kommt man hin und ist so erschlagen von diesen Tiermassen, dass man sich wirklich erst mal hinsetzen und das für ein paar Minuten lang wirken lassen muss", sagt Arndt im Interview mit Welt der Wunder.
Im Verlauf der Tages- oder Jahreszeiten, seit Jahrtausenden im beständig gleichen Rhythmus, brechen sie auf zu Wanderungen, Beutezügen oder Brutplätzen. Von Ameisen über Schmetterlinge und Fische bis hin zu den großen Säugetieren der afrikanischen Savanne: Alleine wären sie zu schwach und in einer feindlichen Umwelt hoffnungslos verloren.
Schwärme, Herden, Kolonien
In der Menge findet das einzelne Lebewesen Schutz, Nahrung, einen Partner - und sicher an das Ziel. Experten sprechen von kollektiver Intelligenz oder Schwarmintelligenz: Der „Superorganismus" der Masse entfaltet eine ganz eigene Dynamik und ist von großem Interesse für die Forschung. Gerade staatenbildende Insekten wie Bienen oder Ameisen sind Vorbild für das Gebiet der künstlichen Intelligenz. Wissenschaftler versuchen, ihr komplexes Verhalten durch mathematische Modelle oder Computersimulationen zu entschlüsseln und für neue Technologien nutzbar zu machen.
Die Intelligenz der Vielen
Vorbildliche Selbstorganisation: Eine einzelne Ameise würde sich kaum allein zurechtfinden. Doch die strikte Arbeitsteilung im Ameisenstaat ermöglicht ein äußerst zielgerichtetes Verhalten - und bringt enorme Leistungsfähigkeit für die Gemeinschaft. Ihre Disziplin lässt die Kolonie zur Höchstform auflaufen. „Ich war immer wieder davon fasziniert, dass Tiere in solchen Massen zusammenleben können, ohne dass es zu größeren Konflikten kommt", erzählt Ingo Arndt. „Wenn ich mir vorstelle, dass Menschen auf so engem Raum über Wochen und Monate so dicht zusammen leben müssten - da gäbe es doch Mord und Totschlag."
Zugvögel finden auf ihren saisonalen Wanderungen von den Brutgebieten in die Winterquartiere immer wieder den richtigen Weg. Ihre Reise bedeutet enorme Anstrengungen für den einzelnen Vogel. Doch der Schwarm macht es möglich, dass möglichst viele von ihnen auch dort ankommen, wo sie hin wollen. Schwarmverhalten: ein unfassbares Naturphänomen, das immer wieder interessante Erkenntnisse und starke Bilder verspricht.
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