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Erstellt am: 1 August 2014 | Von dpa, bearbeitet von Gunnar Henze

Soziale Wildtiere: Warum die Wölfe heulen

Wölfe können ihr Heulen als Sympathiesignal einsetzen: Verlässt ein nahestehendes oder höherrangiges Tier die Gruppe, reagieren die Artgenossen lautstark. Eine neue Studie deckt auf, was genau hinter dem Phänomen steckt.


Wölfe - Soziale Wildtiere (© Bild: dpa Bildfunk, Mazzini et al, Current Biology)
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Der Zusammenhalt im Wolfsrudel ist groß. Verlässt ein Tier aus der Gruppe seine vertrauten Artgenossen, heulen die Wölfe um ihren Freund.

Soziale Tiere - Warum die Wölfe heulen (© Bild: Imago)

Wenn ein Wolf seine Gruppe verlässt, dann heulen seine Artgenossen um ihren Freund. Dieses Heulen spiegelt nach einer neuen Studie aber nicht den Stress der Tiere wider, sondern zeigt die soziale Bindung zum verlorenen Gruppenmitglied. Die Tiere setzten ihre Laute also bewusst und im sozialen Kontext ein. Dies berichtet eine internationale Forschergruppe in der US-Fachzeitschrift „Current Biology“. Versuchsobjekt waren neun Wölfe im österreichischen Wolfsforschungszentrum Ernstbrunn bei Wien.

Trauer über den Abschied

Die Tiere dort bekamen regelmäßig Auslauf zusammen mit einem Tierpfleger, wie die Leiterin des Zentrums, Friederike Range von der Veterinärmedizinischen Universität Wien, gegenüber der Nachrichtenagentur dpa erläuterte.

Zum Video "Zweikampf im Yellowstone-Park: Wölfe gegen Grizzlies" (© Bild: Imago, Bearbeitung: Welt der Wunder)

Da das Abschiedsheulen der Gruppe immer wieder sehr verschieden war, ermittelten die Forscher die Dauer und Intensität und setzten die Ergebnisse in Beziehung zum Stress der Wölfe. Gemessen wurde der Stress an den Stresshormonen im Speichel sowie an der Stellung der Tiere in Partnerschaften und in der Hierarchie des Rudels.

Gezieltes Sympathiesignal

Dabei fanden sie in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern aus der Schweiz und Italien, dass die Wölfe offenbar nicht aus Stress heulten. Die Unterschiede in ihren Lauten ließen sich statistisch dagegen viel eher mit sozialen Gründen erklären: Die Wölfe heulten der Studie zufolge mehr, wenn ein ihnen sozial nahe stehendes oder in der Hierarchie hoch angesiedeltes Tier die Gruppe verließ. Dies zeigt nach Angaben von Range, dass das Heulen der Wölfe keine unwillkürliche Reaktion ist. Es sei ein Sympathiesignal, das gezielt und abgestuft zu einem sozialen Zweck eingesetzt werde. „Es könnte genutzt werden, um Kontakt zu behalten und helfen, sich mit Gruppenmitgliedern wieder zu vereinen.“

Zum Thema "Die Rückkehr der Wildtiere" (© Bild: Imago, Bearbeitung: Welt der Wunder)

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