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14 September 2012 | Von Maria Boger

Staubiger Tsunami: Wenn Sandstürme über das Land rollen

Sand, Staub und Schmutz: Schwere Sandstürme sind in trockenen und sehr heißen Gegenden unserer Erde keine Seltenheit. Doch wenn sich der einst aufgewirbelte Sand zu meterhohen Wolken formatiert, drohen ganze Regionen und Städte im Staub zu verschwinden…


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Eine meterhohe Sandwolke rollt auf eine Kleinstadt im Sudan zu. (Bild: AFP)

Irgendwo in der Sahara werden ein paar Sandkörner aufgewirbelt – und nur Stunden später ziehen riesige Staubwolkendurch die größte Trockenwüste der Welt. Aus der harmlosen Verwehung ist ein gigantischer Sturm geworden, der bis ins Weltall sichtbar ist. Doch wie entstehen solche Sandtsunamis? Und gibt es sie auch bei uns?

Normalerweise werden lose Sandkörner vom Wind aufgewirbelt und über kilometerlange Strecken durch das Land transportiert. Entwickelt sich aber aus dem Wind eine kräftige Bö, droht ein Sandsturm. Dabei werden immer wieder neue Sandkörner aufgenommen, die sich zu einer größer und größer werdenden Staubwolke formatieren.  Vor allem in sehr trockenen und heißen Gegenden mit niedriger Luftfeuchtigkeit entstehen solche „Sandtsunamis“ zwischen März und September.  Das australische Outback, der Mittlere Westen der USA, die Sahara, der Nahe Osten und auch die Wüstengebiete Ostasiens werden jährlich von riesigen Staubwolken mit bis zu hundert Millionen Tonnen Sand überrannt. Für die Bewohner dieser Regionen ist das keine Besonderheit.  Doch die Sandstürme treten in den letzten Jahren immer häufiger und stärker auf als noch vor zehn Jahren. Der Grund: Klimaveränderungen tragen dazu bei, dass Stürme und Winde zunehmen. Auch die steigende Verwüstung trockener Regionen ist dem Klimawandel zu zuschreiben.

 

Staubiger Tsunami: Wenn Sandstürme über das Land rollen (© Bild: ddpimages)

 Zahl der Sandstürme steigt  an

Der stärkste und gefährlichste Sandsturm ist der Habub in der Sahara-Region und im Südwesten der USA.  Dieser kann Geschwindigkeit von bis zu achtzig Stundenkilometer erreichen und Sand bis zu einem Kilometer Höhe aufwirbeln. Vor allem zwischen Mai und September treten Habubs am häufigsten auf, da der Wind auf trockene Luft stößt und gigantische Mengen an Sand aufwirbelt.

Nicht nur Habubs können erhebliche Schäden anrichten, auch der Buran, ein starker Sturm in Mittelasien, sucht häufig die chinesische Hauptstadt Peking heim. Wetterexperten der chinesischen Akademie der Wissenschaft schätzen, dass sich die Zahl der Sandstürme in China in den letzten fünfzig Jahren auf das sechsfache erhöht hat. 

Meist dauern die gewaltigen Sandstürme mehrere Stunden an, einige können sogar Tage andauern – so zum Beispiel der Chamsin, der in den arabischen Ländern wie Libyen, Ägypten, Israel, Syrien, Kuwait und Libanon riesige Massen an Sand bewegt und das Wüstenbild dadurch immer wieder stark verändert. Besonders gefährlich wird es, wenn Sandstürme über Städte hinwegziehen. Gebäude, Straßen und Autos werden von zentimeterdickenStaubschichten überdeckt. Die Sicht kann so schlecht werden, dass Autofahren unmöglich wird. Sandkörner verfangen sich in Motoren und Getriebe, richten erheblichen wirtschaftlichen Schaden an und bringen die Industrie zum Stillstand.

Auch in Deutschland gibt es Sandstürme

Nicht nur in den Wüstenregionen unserer Erde gibt es Sandstürme – auch in Deutschland wüten die staubigen Winde. Erst 2011 verursachte ein Sandsturm auf der Autobahn zwischen Rostock und Güstrow eine Massenkarambolage. Schuld war eine Sturmbö von der Küste, die sich ungewöhnlich weit ins Binnenland hereingezogen hatte. Staub und  trockene Erde auf den Feldern wurden vom Wind aufgewirbelt, und eine riesige Staubwolke legte sich über die Fahrbahn. Dutzende Autos rasten in einander und verursachten den größten Massenunfall Deutschlands seit den Neunzigern.

Allerdings hat der aufgewirbelte Sand auch seine guten Seiten: Der afrikanische Wüstensand dient zum Beispiel Korallenriffen und Regenwäldern als natürlicher Dünger. Auch das Algenwachstum wird durch ihn begünstigt und bietet Meeresbewohnern eine weitere Nährquelle. Die mineralstoffreichen Sandkörner aus den Wüsten dieser Welt begünstigen unter anderem das Pflanzenwachstum im Amazons.

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