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Auf Zerstörung programmiert: Kann mein Toaster Selbstmord begehen?
Viele haben es schon lange vermutet: Hersteller von Elektro-Geräten bauen gezielt Schwachstellen in ihre Produkten ein, die einen frühzeitigen Defekt auslösen sollen. Eine aktuelle Studie der Grünen-Bundestagsfraktion belegt die so genannte „geplante Obsoleszenz“. Aber welche Produkte sind vor allem betroffen? Und wie können wir die Fallen erkennen?
Geplanter Selbstmord: Warum gehen so viele Dinge so schnell kaputt?
Die Verschwörung beginnt im Jahr 1924, in einem Hinterzimmer in Genf. Die Bosse der größten Glühbirnenfabriken der Welt treffen sich, um ein illegales Kartell zu gründen. Wichtigstes Ergebnis ihrer Besprechung: Die Lebensdauer von Glühbirnen, die zu der Zeit rund 2.500 Betriebsstunden lang halten, wird auf höchstens 1.000 Stunden begrenzt. Zum ersten Mal in der Geschichte wird ein Gebrauchsgegenstand von allen führenden Herstellern gezielt so manipuliert, dass er frühzeitig kaputtgeht. Mit nur einem Ziel: mehr davon zu verkaufen. Dabei könnten ganz normale Glühbirnen theoretisch beinahe ewig brennen. In einer Feuerwache in den USA leuchtet eine uralte Birne bereits seit 111 Jahren ununterbrochen. Das sogenannte Phoebus-Kartell der Glühbirnenhersteller ist jedoch nur der Auftakt zu einer gigantischen Verschwörung der Industrie.
1942 stehen die großen Glühbirnenhersteller in den USA vor Gericht. Ihr Kartell ist aufgeflogen. Einige Firmen werden zur Zahlung hoher Bußgelder verurteilt. Doch an der Brenndauer der Glühbirne ändert das nichts - sie leuchtet seit 1924 nur noch höchstens 1.000 Stunden. Die Hersteller verwenden einfach dünnere Glühdrähte, die schneller durchbrennen, und ignorieren neue Technologien. Bis heute halten sich daher hartnäckig Gerüchte, dass das Kartell im Geheimen weiterexistiert.

Bild: Imago
Die geheime Verschwörung der Hersteller
Während der Prozess gegen die Glühbirnenhersteller 1942 eine erste kleine Schockwelle in der Bevölkerung auslöst, die sich von den Firmen betrogen fühlt, versuchen immer mehr Unternehmen, heimlich ihre Produkte kurzlebiger zu machen. Der 1935 erfundene Renner in der Mode sind Nylonstrümpfe, die so gut wie unzerstörbar sind. Eine Katastrophe für die Hersteller. Doch die Lösung liegt auf der Hand: Die Strümpfe müssen schneller kaputtgehen. Nur so können immer mehr verkauft werden. Aber wie lässt sich der Verfall programmieren? Bei den Nylonstrümpfen ist das eine einfache Angelegenheit: Die UV-Strahlen des Sonnenlichts machen Nylonfasern normalerweise schnell spröde und rissig. Spezielle Zusatzstoffe in den ersten Strümpfen verhinderten das. In der Folge werden diese Zusätze einfach weggelassen. Seitdem beschert der Verkauf von Nylons den Herstellern konstant hohe Gewinne - auf Kosten der Käuferinnen. Spätestens jetzt ist die sogenannte geplante Obsoleszenz - also der absichtlich programmierte Selbstmord eines Produkts - zum geheimen Grundprinzip vieler Unternehmen geworden. Bislang war ein Nachweis allerdings schwierig. Auch, weil die Unternehmen es gar nicht erst auf einen Prozess ankommen lassen möchten.
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