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Erstellt am: 12 Juli 2013 | Von Claas Gieselmann

Krieg der Maschinen: Wie Drohnen und Roboter das Schlachtfeld erobern

Sie brauchen keinen Schlaf, hören auf jeden Befehl und töten ohne Reue: Kampfroboter und -drohnen sind auf dem besten Weg, die Kriegsführung zu revolutionieren - meist noch ferngesteuert, immer öfter aber komplett autonom. Nun ist ein unbemannter Kampfjet erstmals selbstständig auf einem Flugzeugträger gelandet.


Autonomes Kampfflugzeug X-47B bei der Landung auf einem Flugzeugträger (© Bild: AP Photo, Steve Helber)
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  • Autonomes Kampfflugzeug X-47B bei der Landung auf einem Flugzeugträger (© Bild: AP Photo, Steve Helber)
  • Autonomes Kampfflugzeug X-47B bei der Landung auf einem Flugzeugträger (© Bild: US Navy)
  • Autonomes Kampfflugzeug X-47B bei der Landung auf einem Flugzeugträger (© Bild: AP Photo, Steve Helber)
  • X-47B vor dem Start auf der U.S.S. George H. W. Bush (© Bild: US Navy, Northrop Grumman)
  • X-47B startet von Flugzeugträger (© Bild: US Navy, Northrop Grumman)
  • X-47B über der U.S.S. George H. W. Bush (© Bild: US Navy, Northrop Grumman)
  • X-47B vor dem Start (© Bild: U.S. Navy, Greg Davis)
  • X-47B beim Transport (© Bild: U.S. Navy)
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Bild: AP Photo, Steve HelberZeige Thumbnails
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Historischer Test: Erstmals ist eine Kampfdrohne auf einem Flugzeugträger gelandet.

Es war ein historischer Test für die US Navy: Erstmals ist ein unbemannter Kampfjet auf einem Flugzeugträger gelandet - ein Manöver, das selbst für erfahrene Piloten eine große Herausforderung darstellt. Die Drohne erledigte die Aufgabe allerdings komplett ohne menschliche Unterstützung. Es war die Fortsetzung eines Versuchs den man im Mai 2013 an gleicher Stelle durchführte, damals wurden Katapultstarts mit dem autonomen Kampfflugzeug vom Typ X-47B erprobt. Ausgangspunkt der Tests war in beiden Fällen die U.S.S. George H. W. Bush, die vor der Küste des US-Bundesstaates Virgina im Atlantik liegt.

Unbemanntes Kampfflugzeug X-47B (© Bild: Northrop Grumman)

Zu Lande, zu Wasser – und vor allem in der Luft

Schon bei ihren ersten Testflügen im Jahr 2012 sorgte die X-47B für Aufsehen – und zwar nicht nur wegen ihres ungewöhnlichen Äußeren: Das vom US-Konzern Northrop Grumman gebaute Kampfflugzeug benötigt keinerlei menschliche Unterstützung; einmal programmiert, erledigt es vom Start über die Ausführung der Mission bis hin zur Landung alles komplett autonom. Bisher waren unbemannte Militärsysteme - wie beispielsweise die aus Afghanistan und dem Irak bekannten Kampfdrohnen vom Typ "Predator" - auf einen Piloten angewiesen, der sie via Joystick und Monitor navigierte. Die Einführung von autarken Kampfjets wie der X-47B stellt einen weiteren Schritt in Richtung automatischer Kriegsführung dar - und das gerade mal zehn Jahre nach der ersten Tötung von Menschen durch ein unbemanntes Kampfsystem.

Rückblick: Im November 2002 kam es im Jemen zu einem Angriff von US-Streitkräften auf einen Fahrzeug-Konvoi, bei dem sechs mutmaßliche Al-Kaida-Terroristen getötet wurden. Das Besondere an der Attacke: Es war kein einziger US-Soldat unmittelbar in die Kampfhandlung verwickelt. Der Angreifer war eine Drohne vom Typ „Predator", bewaffnet mit je zwei „Hellfire"- und „Stinger"-Raketen. Es war die erste bestätigte Tötung von Menschen durch ein unbemanntes Kriegsgerät. Zeitgleich begann damals eine Entwicklung im Bereich der Kriegsführung, die - in Anlehnung an eine berühmte Filmreihe - auch als „Terminatorisierung" bezeichnet werden könnte. Die Zahl der unbemannten Drohnen und Kampfroboter, die von Streitkräften eingesetzt werden, nimmt seit dem rasant zu; ein Ende ist nicht in Sicht.

Der öffentliche Fokus beim Thema Drohnen liegt derzeit noch fast ausschließlich auf Lufteinheiten – mehr oder weniger ausgeblendet wird nach wie vor die Entwicklung im Bereich der bodengestützten Militärroboter. Auch dort haben Rüstungskonzerne in den vergangenen Jahren deutliche Fortschritte gemacht. Bestes Beispiel ist die in Israel verwendete fahrbare Kampfdrohne "Guardium“. Sie wird hauptsächlich in der Grenzregion zum Gaza-Streifen eingesetzt und dient dort derzeit ausschließlich zur Überwachung. Das ließe sich aber schnell ändern, statt Sensoren und Kameras kann der fahrende Roboter theoretisch auch Maschinengewehre und Granatwerfer tragen. Das Herstellerkonsortium G-NIUS, hinter dem die israelischen Rüstungskonzerne Israel Aerospace Industries und Elbit Systems stecken, wirbt sogar in Broschüren mit dieser Möglichkeit. G-NIUS entwickelt zudem auch bereits eine reine Kampfdrohne, die den Namen "Avantguard“ trägt. Wohin die Entwicklung geht, scheint also klar zu sein.

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