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10 Juli 2012 | Von Claas Gieselmann

Nach Fukushima: Radioaktivität schon im halben Nordpazifik verteilt

Die radioaktiven Partikel aus dem japanischen Kernkraftwerk Fukushima, die nach dem Super-GAU ins Meer gelangt sind, haben sich bereits im halben Nordpazifik verteilt. Zu diesem Ergebnis kommen Kieler Meeresforscher in einer jüngst veröffentlichten Modellrechnung. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Radioaktivität rund drei Jahre nach dem Unfall auch die Küstengewässer der USA erreichen wird.


Radioaktive Partikel aus Fukushima im Pazifik (© Bild: GEOMAR)
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  • Radioaktive Partikel aus Fukushima im Pazifik (© Bild: GEOMAR)
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  • Kernkraftwerk Fukushima nach dem Super-GAU (© Bild: Imago)
  • Zerstörter Reaktor von Tschernobyl 1986 (© Bild: Imago)
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Der aktuelle Stand der Verteilung radioaktiver Partikel aus Fuskushima im Pazifik - je roter, desto höher die Konzentration.

In der Öffentlichkeit ist der Reaktorunfall in dem japanischen Kernkaftwerk Fukushima mittlerweile kaum noch ein Thema - und das, obwohl sich dort im März 2011 eine gleich dreifache Kernschmelze ereignete. Es war der schlimmste bekanntgewordene Unfall in der zivilen Nutzung der Kernenergie überhaupt. Dementsprechend groß sind auch die Folgen: Durch Fukushima gelang mindestens drei Mal so viel Radioaktivität in den Pazifik, wie 1986 beim Super-GAU von Tschernobyl in die Ostsee. Kieler Meeresforscher vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung haben nun eine Modellrechnung veröffentlicht, die die Verteilung der radioaktiven Partikel im Nordpazifik über mehrere Jahre prognostiziert.

Radioaktivität im Pazifik nach Fukushima (© Bild: GEOMAR)

Die Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass die Durchmischung des Wassers im Nordpazifik dazu führen wird, dass etwa drei Jahre nach dem Unfall radioaktive Partikel aus Fukushima in den Gewässern der US-Westküste ankommen werden. Es besteht aber dennoch kein Grund zur Sorge: Die Verdünnung der Radioaktivität im Pazifik ist so groß, dass sie dann bereits erkennbar unterhalb jener liegen wird, die heute noch in der Ostsee gemessen werden kann - als Folge des Reaktorunfalls von Tschernobyl, der vor über 26 Jahren stattfand. Aber selbst die in der Ostsee messbare Radioaktivität stellt keine Gefahr für die Umwelt dar; sie liegt deutlich unterhalb der Grenzwerte, die in Deutschland für die radioaktive Belastung von Trinkwasser gelten.

Betrachtet man die Bilder der Simulation, lässt sich feststellen, dass sich die radioaktiven Partikel anfangs ziemlich schnell im westlichen Nordpazifik verteilt haben, die weitere Verbreitung aber zunehmend langsamer von statten geht. Grund dafür ist die Kuroshio-Strömung, die vor Japans Ostküste vorherrscht und die radioaktiven Partikel aus Fukushima relativ schnell auf den Pazifik hinausgetrieben hat. Im Osten des Nordpazifiks existiert keine vergleichbare Strömung; daher gehen die Kieler Meereswissenschaftler davon aus, dass die Konzentration der Radioaktivität im Nordpazifik in den kommenden Jahren deutlich langsamer abnehmen wird, als dies in den ersten Monaten nach dem Super-GAU in Japan der Fall war.

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