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Haben auch Tiere Milchzähne?
Das menschliche Gebiss verändert sich im Laufe unseres Lebens: Kinder bekommen zunächst Milchzähne, die in der Pubertät durch bleibende Zähne ersetzt werden. Doch wie sieht es bei Tieren aus? Haben die Jungen auch ein Milchgebiss?
Warum Milchzähne so heißen, ist nicht eindeutig geklärt. Einerseits ernähren sich Babys und junge Säugetiere noch von der Muttermilch, wenn die ersten Zähne durchbrechen – das könnte zu der Bezeichnung geführt haben. Andererseits könnte auch die helle, milchige Farbe der Milchzähne Grund für die Namensgebung sein. Im Gegensatz zu unseren bleibenden Zähnen sind sie deutlich heller, da ihr Kalkanteil sehr gering und ihr Zahnschmelz sehr dünn und weich ist. Deshalb ist die sorgsame Pflege der ersten Kauwerkzeuge auch sehr wichtig, da sie noch nicht mit dem Schmelz der bleibenden Zähne ausgestattet sind. Milchzähne werden nicht nur in Deutschland so genannt, auch im Englischen und im Französischen redet man vom „milk teeth“ oder dem „dent de lait“.
Einwegprodukt oder Ersatzteillager?
Einige Tierarten bekommen in der Tat wie wir Menschen Milchzähne. Hunde- und Katzenbesitzer wissen zum Beispiel, dass die Tierjungen ihre ersten Zähne verlieren. Wie bei uns Menschen ist das Gebiss mancher Säugetiere zunächst zu klein für die bleibenden Zähne. Die Milchzähne dienen deshalb als Platzhalter, bis der Körper ausgewachsen ist.
Allerdings gilt das nicht für alle: Faultiere und Delfine zum Beispiel bekommen gleich von Geburt an bleibenden Zähne. Auch einige Nagetiere wie Eichhörnchen und Mäuse vollziehen keinen Zahnwechsel, der in der Zahnmedizin Dentition heißt. Ihre Zähne wachsen bei Abnutzung einfach nach. Lediglich Hasen und einige Meerschweinchenarten bekommen Milchzähne.
Ein Gebiss für die Ewigkeit
Reptilien, Fischen und Amphibien haben direkt nach dem Schlüpfen vollfunktionsfähige Zähne, die mit ihrem Kiefer einfach mit wachsen und ihnen so ein Leben lang erhalten bleiben und. Fällt ihnen ein Zahn aus, bildet er sich einfach neu. Da die meisten Reptilien, Fische und Amphibien ihre Nahrung herunterschlingen und nur beim Angriff zubeißen, reicht ihnen ein einfaches Gebiss ohne Backen-, Eck- und Schneidezähne. Säugetiere dagegen müssen mit ihren Zähnen ihre Nahrung kauen, mahlen und zerschneiden können. Ihr Gebiss ist deshalb wesentlich komplizierter aufgebaut – was eine ständige Erneuerung schwierig gestaltet.
Eine Ausnahme in Sachen Zahnwechsel bilden übrigens Haie: Sie besitzen weder Milchzähne noch bleibende Zähne – Haie haben ein so genanntes Revolvergebiss. In ihrem Maul liegen mehrere Zahnreihen hintereinander, die „nachgeladen“ werden, wenn der Hai welche verliert. Und das kommt häufig vor: Bei jedem Angriff büßen Haie einige Beißer ein – ohne das Revolvergebiss wären sie schon nach einem Jahr zahnlos. Ein Tigerhai zum Beispiel verliert jährlich circa 140 Zähne, obwohl sich im Gebiss gerade einmal achtzig befinden. So aber werden sie bis zu ihrem Tod mit neuen Zähnen versorgt.
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