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Zynisch und makaber – oder einfach nur Menschenverachtung? Die "Darwin-Awards" sind eine Art Oscar für Idioten und werden üblicherweise posthum an Menschen vergeben, die durch ihre eigene Dummheit ums Leben gekommen sind.
Kopfschuss beim Russischen Roulette mit einer halbautomatischen Pistole? Selbstverbrennung während der Brandstiftung? Ertrinken beim Versuch, jesusgleich über das Wasser zu gehen? Man mag es kaum glauben, aber diese kuriosen Selbsttötungen haben sich exakt so ereignet - und das macht sie preisverdächtig, zumindest wenn es nach Wendy Northcutt geht. Die US-Amerikanerin hat im Jahr 1993 einen Preis für derart skurrile Todesarten ins Leben gerufen: die "Darwin Awards". Damals begann alles mit einer Hand voll makaberen Todesfällen, die im Internet kursierten. Heute stimmt eine Online-Community Jahr für Jahr über mehrere dutzend "Kandidaten" ab und kürt auf diesem Weg den Preisträger.
Allein die Abstimmung über kuriose Sterbefälle mag schon reichen, um sensible Gemüter zu erregen - doch die meisten Kritiker der Darwin Awards stören sich vor allem an der Begründung für die Preisverleihung, der die Awards auch ihren Namen verdanken. Da die zur Wahl stehenden Todesfälle stets aus besonders ungeschickte Akten der Selbsttötung herrühren, erfüllen Sie nach Meinung der Darwin-Juroren einen Zweck im Sinne der darwinschen Evolutionstheorie: Die Toten entfernten ihr eigenes Erbgut aus dem Gen-Pool der Menschheit. Dies, so die augenzwinkernde Argumentation, stärkt die Überlebensfähigkeit der menschlichen Art und verdient daher einen Preis.
Da der Darwin Award üblicherweise nur posthum vergeben wird, wissen die allermeisten Preisträger nichts von der späten Ehre - mit wenigen Ausnahmen: Ein Kandidat schaffte es einmal, sich mithilfe einer Golfballwaschanlage die Fortpflanzungsorgane abzureißen, überlebte den Unfall aber. Ob er den dadurch errungenen Award persönlich in Empfang nahm, ist nicht bekannt.
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