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Pech gehabt: Langweiligstes Experiment der Welt dauert schon 85 Jahre
Gras beim Wachsen zuzuhören oder einer Schildkröte beim Laufen zuzusehen; im Vergleich zu dem langweiligsten Experiment der Welt klingt das extrem spannend: Seit 1927 beobachten Wissenschaftler der Universität Brisbane Pech beim Tropfen. Der ehemalige Cambridge-Professor Thomas Parnell hatte damals die Idee, das schwarze Kohlenstoffgemisch in einen Trichter zu füllen und abzuwarten bis es tropft. Damit wollte er den wissenschaftlichen Beweis liefern, dass Pech flüssig ist. Und auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint, hat das Experiment einen ernsthaften Nutzen: Es liefert wichtige Erkenntnisse zur Plattentektonik. Pech könnte demnach einer der Flüssigkeiten sein, auf denen die Kontinentalplatten unseres Planeten schwimmen.
Insgesamt fielen bisher acht Tropfen seit Beginn des Experiments - und zwar in den Jahren 1937, 1947, 1954, 1962, 1970, 1979, 1988 und 2000. Der nächste Tropfen Pech soll - wenn die Wissenschaftler Glück haben - sogar noch dieses Jahr folgen. Das hofft vor allem der 77-jährige Professor John Mainstone, der das Experiment 1961 übernommen hat. Denn bis jetzt hat noch niemand gesehen, wie ein Tropfen sich gelöst hat.
Vor dem Fall des letzten Tropfens im Jahr 2000 wurde sogar eine Webcam installiert, die die Bilder im Internet zeigen sollte. Doch ausgerechnet kurz vor dem großen Ereignis machte die Kamera schlapp. Bleibt zu hoffen, dass bei Tropfen Nummer neun jemand dabei ist - sonst kann John Mainstone wirklich behaupten, er habe eine „Pechsträhne".
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