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18 Mai 2012 | Von Maria Boger

Pech gehabt: Langweiligstes Experiment der Welt dauert schon 85 Jahre

Es ist das wohl langweiligste Experiment aller Zeiten: Pech beim Tropfen zuschauen. Schon seit 1927 beobachten Wissenschaftler geduldig einen Trichter mit der teerartigen Substanz. In den 85 Jahren sind bis jetzt gerade einmal acht Tropfen Pech gefallen, gesehen hat es allerdings nie jemand. Der nächste Tropfen soll nun in diesem Jahr folgen - wenn die Forscher Glück haben.


Professor John Mainstone mit seinem Experiment. Bis jetzt hatte er immer Pech – nie hat er einen Tropfen fallen gesehen. (© Bild: hgm-press)
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  • Professor John Mainstone mit seinem Experiment. Bis jetzt hatte er immer Pech – nie hat er einen Tropfen fallen gesehen. (© Bild: hgm-press)
  • Bislang sind nur acht Tropfen gefallen - Nummer neun soll vielleicht noch dieses Jahr folgen. (© Bild: hgm-press)
  • Bilder des Pechs: Schon seit 1927 läuft das Experimentmit der teerartigen Substanz in dem Trichter. (© Bild: hgm-press)
  • Der Vater des Experiments: Thomas Parnell starb kurz nach dem Fall des zweiten Tropfens im Jahr 1948. (© Bild: hgm-press)
  • Der Grund für das Experiment: Thomas Parnell wollte beweisen, dass Pech flüssig ist. Allerdings ist das eine langwierige Angelegenheit. Das schwarze Kohlenstoffgemisch ist extrem zäh - . Ungefähr eine Milliarde mal mehr als Kaffee. (© Bild: hgm-press)
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Professor John Mainstone mit seinem Experiment. Bis jetzt hatte er immer Pech – nie hat er einen Tropfen fallen gesehen.

Gras beim Wachsen zuzuhören oder einer Schildkröte beim Laufen zuzusehen; im Vergleich zu dem langweiligsten Experiment der Welt klingt das extrem spannend: Seit 1927 beobachten Wissenschaftler der Universität Brisbane Pech beim Tropfen. Der ehemalige Cambridge-Professor Thomas Parnell hatte damals die Idee, das schwarze Kohlenstoffgemisch in einen Trichter zu füllen und abzuwarten bis es tropft. Damit wollte er den wissenschaftlichen Beweis liefern, dass Pech flüssig ist. Und auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint, hat das Experiment einen ernsthaften Nutzen: Es liefert wichtige Erkenntnisse zur Plattentektonik. Pech könnte demnach einer der Flüssigkeiten sein, auf denen die Kontinentalplatten unseres Planeten schwimmen.

Insgesamt fielen bisher acht Tropfen seit Beginn des Experiments - und zwar in den Jahren 1937, 1947, 1954, 1962, 1970, 1979, 1988 und 2000. Der nächste Tropfen Pech soll - wenn die Wissenschaftler Glück haben - sogar noch dieses Jahr folgen. Das hofft vor allem der 77-jährige Professor John Mainstone, der das Experiment 1961 übernommen hat. Denn bis jetzt hat noch niemand gesehen, wie ein Tropfen sich gelöst hat.

Vor dem Fall des letzten Tropfens im Jahr 2000 wurde sogar eine Webcam installiert, die die Bilder im Internet zeigen sollte. Doch ausgerechnet kurz vor dem großen Ereignis machte die Kamera schlapp. Bleibt zu hoffen, dass bei Tropfen Nummer neun jemand dabei ist - sonst kann John Mainstone wirklich behaupten, er habe eine „Pechsträhne".

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