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Erstellt am: 8 März 2013 | Von Welt der Wunder

Wanderer im Kosmos: Komet PANSTARRS am Himmel über Deutschland

Kometen tauchen aus dem Nichts auf und verschwinden ebenso schnell wieder – so scheint es zumindest. Doch lange bevor wir sie von der Erde aus mit bloßem Auge erkennen können, sind sie für Astronomen bereits sichtbar. Nun hat das Warten auf den ersten "Schweifstern" des Jahres aber auch für Menschen ohne Teleskop ein Ende: "PANSTARRS" ist ab sofort am Himmel über Deutschland zu sehen.


Komet Lovejoyzum Jahreswechsel 2011/2012 (© Bild: G.Blanchard, ESO)
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  • Komet Lovejoyzum Jahreswechsel 2011/2012 (© Bild: G.Blanchard, ESO)
  • Komet PANSTARRS am Himmel über Australien (© Bild: Astronomy Education Services, Gingin Observatory)
  • Kometen PANSTARRS und Lemmon gleichzeitig am Himmel (© Bild: Yuri Beletsky, ESO)
  • Vorraussichtliche Himmels-Positionen des Kometen PANSTARRS im März 2013 (© Bild: NASA)
  • Komet Hyakutake (© Bild: Imago)
  • Komet Hale Bopp (© Bild: Getty Images)
  • Komet Hale Bopp (© Bild: Imago)
  • Komet Halley (© Bild: NASA)
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Bild: G.Blanchard, ESOZeige Thumbnails
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Augen auf: Komet PANSTARRS steht mindestens bis Ende März am Himmel über Deutschland. Mit etwas Glück wird er ebenso deutlich zu erkennen sein, wie der hier zu sehende "Lovejoy" zum Jahreswechsel 2011/2012.

Wer sich an den atemberaubenden Auftritt des Kometen "Hale Bopp" im Jahr 1997 erinnert, weiß sicher noch, welch eindrucksvolles Spektakel ein mit bloßem Auge sichtbarer Komet am Nachthimmel darstellt. Zwar fliegen solche "Schweifsterne" ziemlich oft durch unser Sonnensystem; dass sie aber mit bloßem Auge von der Erde aus sichtbar sind, ist eine Seltenheit. Dieser Tage ist es nun endlich wieder soweit: Mit "PANSTARRS" lässt sich bis Ende März ein vergleichsweise heller Komet am Himmel über Deutschland zu beobachten. Zwar macht es uns der Gast vom Rande unseres Sonnensystems nicht ganz leicht, aber wenn das Wetter mitspielt und der Beobachtungsort stimmt, ist PANSTARRS in den kommenden Wochen gut zu erkennen.

Vorraussichtliche Positionen von PANSTARRS im März 2013 am Himmel der Nordhalbkugel (© Bild: NASA)

Entscheidend für einen guten Blick auf den Kometen sind - neben einem klaren Himmel - zwei Faktoren: Eine gute Sicht auf den westlichen Horizont und möglichst wenig Hintergrundbeleuchtung. Städter sind also leicht im Nachteil; doch auch sie können von einem erhöhten Aussichtspunkt einen Blick auf den kosmischen Wanderer erhaschen. Wichtig ist, den richtigen Zeitpunkt zu treffen: Aufgrund seiner Position ist PANSTARRS um Mitte März herum nur während der Dämmerung tief am (nord-)westlichen Himmel stehend zu sehen und versinkt dann mit zunehmender Dunkelheit schnell hinter dem Horizont. Im weiteren Verlauf des Monat steigt er zwar höher am Himmel und versinkt dementsprechend später, verliert aber gleichzeitig an Leuchtkraft. Ursache dafür ist seine ab dem 10. März zunehmend größere Distanz zur Sonne.

2013: Das Jahr der Kometen

PANSTARRS ist übrigens nicht der einzige Komet, der in diesem Jahr mit bloßem Auge von der Erde aus zu sehen ist. Bewohner der Südhalbkugel haben derzeit die Möglichkeit "Lemmon" zu beobachten, der als grünlich schimmernder Punkt mit etwas schwach ausgeprägtem Schweif hoch am HImmel steht. Ab Anfang April wird Lemmon auf der Nordhalbkugel zu sehen sein; mit ein wenig Glück lässt er sich auch dann noch mit bloßem Auge beobachten. Mit einem guten Teleskop ist es dann vielleicht sogar möglich, PANSTARRS und Lemmon gleichzeitig am Nachthimmel zu sehen; ein ziemlich seltenes Himmelsschauspiel.

Deutlich spektakulärer dürfte aber der Auftritt des Kometen ISON werden – im Herbst 2013 könnte er für das großartigste Himmelsspektakel sorgen, dass die Menschheit seit langem zu sehen bekommen hat. Aufgrund der bisherigen Daten ist zu erwarten, dass er eine maximale Leuchtkraft von -11 bis -16 mag erreichen wird. Dann wäre der Komet in etwa so hell wie der Vollmond. Zudem rechnen Astronomen damit, dass er einen gewaltigen Schweif ausbilden wird. Grund ist die Vermutung, dass der Komet zum ersten Mal in unser Sonnensystem eindringt; in dem Fall hätte er große Mengen Eis „an Bord“, das bei Annäherung an die Sonne verdampfen und so den markanten Schweif ausbilden würde. Aber KOmeten sind bezüglich ihrer Helligkeit uns Schweifentwicklung ziemlich unberechnbar, daher sind alle Voraussagen zu ISON derzeit noch ziemlich spekulativ.

Nahaufnahme des Kometen Halley (© Bild: Halley Multicolor Camera Team, Giotto Project, ESA)

Schmutzige Schneebälle

Schweifsterne, wie Kometen auch genannt werden, haben die Menschheit schon immer fasziniert - und manchmal sogar geängstigt. Früher vermuteten die Menschen hinter Kometen eine göttliche Warnung oder einen Unglücksboten. Längst wissen wir mehr über die Besucher vom Rande des Sonnensystems. Wissenschaftler haben feststellt, dass Kometen kilometergroßen, schmutzigen Schneebällen ähneln, die durch unser Sonnensystem rasen. Nähern sie sich der Sonne, beginnen sie zu verdampfen - und entwickeln ihren charakteristisch leuchtenden Schweif. Im Jahr 2014 soll erstmals eine Raumsonde auf einem Kometen landen.

Kometen bestehen aus gasförmigen und festen Teilchen. Der feste Kern bildet den eigentlichen Körper des Kometen. Er besteht aus Wassereis, gefrorenem Kohlendioxid beziehungsweise Trockeneis, gefrorenem Methan und Staub. Von der Form her erinnert dieser Klumpen an eine riesige Kartoffel. Ihre Größe kann stark variieren - bisher entdeckte Kometenkerne haben Durchmesser von einem bis zu hundert Kilometern.

Auftauen in Sonnennähe

Die Schweifsterne bewegen sich auf langgestreckten Ellipsenbahnen um die Sonne. Allerdings sind sie für uns nur innerhalb eines relativ kurzen Abschnitts zu sehen - nämlich dann, wenn ihre Bahn in Sonnennähe verläuft. Daher kann man Kometen lediglich wenige Wochen oder Monate ihres manchmal Jahrtausende dauernden Umlaufs um die Sonne beobachten.

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